Nochmal zwei Long Ponds aus 2000

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Mit diesem Cross-Tasting Review knüpfe ich direkt an das letzte Review an und verkoste heute den Silver Seal Long Pond 15y mit 51,9% und den TRC Long Pond 15y mit 62%. Der SS Rum lag im Faß WA019 und brachte 132 Flaschen à 0,7l hervor – beim TRC Rum sind diese Infos leider nicht bekannt. Meine letzte Anfrage diesbezüglich, zum TRC LP 2000 13yo, bei TheRumCask blieb leider unbeantwortet – hoffen wir, dass ich diesmal eine Antwort erhalte. Falls/sobald ich Rückmeldung erhalte, werde ich die Infos hier ergänzen.

Damit diese beiden Abfüllungen vergleichbar bleiben, habe ich als Begleiter vom letzten Tasting den TRC 13y und den RDS 14y für dieses Tasting ausgewählt. Ein Dank noch an Malte für Sample und Foto. Nun aber zu den Notes:

Silver Seal Long Pond 2000 Cask WA019, Jamaika, 15y, 51,9% – Die ersten Eindrücke der Nase sind Klebstoff, schwacher Ester und Vanille danach kommen leichte Noten von Toffee, Früchten, Limetten und Leder zum Vorschein. Hier sind viele Parallelen zum TRC 13y zu finden, nur das der SS etwas runder wirkt und Vanille & Toffee Aromen aufzeigt. Der Alkohol ist trotz den knapp 52% kaum wahrzunehmen. Die zwei zusätzlichen Jahre an Reifezeit und die 6% weniger Alkohol im Vergleich zum TRC 13y sind am Gaumen klar erkennbar. Am Gaumen sind die beiden sich auch wieder am ähnlichsten, im Vergleich zu allen anderen Kandidaten. Gleich beim ersten Schluck sind Äpfel, Ananas und Banenen gepaart mit Toffee und Vanille zu erkennen. Toffee und Vanille sind die beiden Aromen, die ich im TRC 13y nicht finden konnte und die diesen Rum um einiges gefälliger und runder machen – der TRC 13y ist ruppiger und kantiger, als diese Abfüllung. Der Abgang ist mittellang und geprägt von Medizin, Anis, pflanzlichen Aromen und Leder. Die erkennbare höhere Reife im Vergleich zum TRC 13y ist bei der Punktevergabe nicht wegzudiskutieren. Nichtsdestotrotz gefallen mir auf der anderen Seite die Ecken&Kanten und die höheren Prozente vom TRC 13y besser. Pari! 83 Punkte.

TheRumCask Long Pond 2000, Jamaika, 15y, 62% – Wow, ist das wirklich ein Long Pond? Im aller ersten Moment, der Nase nach, wäre mein Blindtipp wahrscheinlich nach Hampden gegangen. Soviel Ester habe ich bisher noch bei keinem anderen Long Pond aus 2000 in der Nase wahrnehmen können. Zum Ester gesellt sich auch um einiges mehr Klebstoff und ein Korb an tropischen Früchten, dafür weniger Medizin und Pflanzen. Auch geschnittenes nasses Gras ist wahrzunehmen, was ich bei keiner anderen Abfüllung bisher gerochen habe. Im Mund beginnend eine schöne leichte ölige Süße, gepaart mit dem Ester aus der Nase. Hier werden die tropischen Früchte auch erkennbar: gegrillte Ananas, überreife Bananen und Mangos mit ganz leichten Raucharomen. Auch hier am Gaumen definitiv der esterlastigste LP aus 2000, den ich bisher im Glas hatte. Ein mittellanger Abgang mit leichtem Ester, viel Frucht und Anis. Definitiv der beste LP aus 2000 den ich bisher probieren durfte und außerdem eine Abfüllung, die mich hoffen lässt, dass dieser Jahrgang mit ein paar zusätzlichen Jahren noch einige tolle Tropfen hervorbringen wird. 86 Punkte.