Letter of Marque 2009 Hampden DOK

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Wie ihr es eventuell bereits erfahren habt, haben wir Drei von RUMBOOM zusammen mit SCR und BAT ein Fass ausgesucht, welches uns direkt begeistert hat und wir für ganz besonders befunden haben. Es handelt sich um einen Hampden aus dem Jahre 2009 und zwar mit dem Mark DOK! Dieser Rum ist die erste Abfüllung unseres Labels Letter of Marque. Importiert, abgefüllt und vertrieben wurde es von TheRumCask. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an Jens und Micha für die Zusammenarbeit! Die komplette Story und weitere Details findet ihr auf den Seiten unsere Buddies: DOK@Single Cask RumDOK@Barrel Aged Thoughts

Nun viel Spass mit unseren Notes:

Letter of Marque Hampden DOK 2009, Jamaika, 8y, 66,4%

Eric
Nase: Schon beim Einschenken strömen mir die typischen Noten eines High Ester Hampden entgegen. Klebstoff, gegrillte Banane und Ananas und Mandellikör. Nach und nach kommen Aromen eines gut gebrannten Obstlerschnaps dazu, auch kann ich eine leicht rauchige Note ausmachen, gepaart mit einem Geruch nach nassem Holz. Nach Herunterverdünnen auf ca. 55Vol% verschwindet der Rauch und es gesellt sich mehr Toffee hinzu. Verdünnt verliert der DOK etwas in der Nase.
Gaumen: Uff, ein Schlag in die Magengrube. Zuerst hauen die 66,4 Vol% mal voll rein, dann macht sich gleich eine herrliche cremige Süsse am Gaumen breit. Brachiale Ester, ein Potpourri aus reifen exotischen Früchten, dazu leichte Tanine vom Fass. Trotz des jungen Alters ist der Alkohol gut eingebunden. Gegen Ende wird der DOK herber. Trotzdem habe ich ihn auch noch auf ca. 55Vol% verdünnt, um zu sehen, wie er sich entwickelt. Die süssen Noten treten noch stärker hervor, der DOK wird runder und öffnet sich. Toll! Sollte mir die Fassstärke mal nicht passen, so ist die verdünnte Version durchaus eine tolle Alternative. Das zeigte sich auch im Mai Tai, wo er mit dem zunehmenden Schmelzwasser der Eiswürfel seine Aromen nach und nach offenbarte.
Abgang: Lang, süss, herb und von leichten Taninen begleitet.
Fazit: I love it. Wer Hampden, high Ester und eine gewisse Jugendlichkeit liebt, wird den DOK durchaus mögen. Ohne Wertung


Maik

Nase: Oh yeah, Hampden! Den Rum riecht man schon aus einiger Entfernung. Ein heftiger Schwall Ester- und Klebstoffnoten! Dazu ein üppiger Früchtekorb! Nicht nur die typischen Bananen- und Ananasnoten, sondern auch eine schöne Fruchtigkeit von frischem grünen Apfel & Birnen gepaart mit einer dezenten Zitrus- und Pfefferminznote. Das Fasssample, welches wir vor ca. 9 Monaten erhalten haben, hatte noch eine deutliche junge „Obstler“-Note. Diese ist nun sogut wie ganz verschwunden. Gottseidank blieb noch ein kleiner Rest dieser Note erhalten, der für eine schöne Frische und Spritzigkeit sorgt.
Gaumen: Holy S…! Eine krasse Adstringenz! Der Rum legt sich als dicker Belag über den gesamten Mundraum. Eine ultra High-Ester Breitseite von Ananas und Tropifrutti-Banane schlägt einem entgegen. Sehr überreif und anfermentiert! Auch eine leichte Note von eingelegten reifen Pflaumen spüre ich. mMn ist der Alkohol perfekt eingebunden. Dazu kommen aber auch schon deutliche Aromen des Fasseinflusses. Und das trotz seines jungen Alters von nur knapp 9 Jahren. Der Rum wirkt mMn deutlich reifer. Aber man sollte natürlich keinen Rum mit einem Geschmacksprofil von 18-20 Jahren erwarten!
Abgang: Der ist lang! Fermentierte Bananen und überreife Ananas, die in der Sonne auf feuchten, etwas muffigen Schiffsplanken liegen. Wieder eine schöne Süße und gleichzeitig eine dezente Säure sind präsent. Auch im Abgang zeigt sich der Holzeinfluss schon schön, ohne bitter oder überlagernd zu wirken.
Fazit: Wow! Die tolle Frische und Fruchtigkeit des Hampden DOK macht ihn zum idealen Sommer Rum! Ideal auf der sonnigen Terrasse. Nicht falschverstehen, das ist definitiv kein easy Sipper. Die geballte Esterfaust und Adstringenz fordern schon einiges und muss man mögen! Achtung: Lockt die Nachbarn an! Ohne Wertung


Thomas
Nach dem Öffnen der Flasche und dem Eingießen vergeht keine Minute und der Raum ist geflutet mit einem Hampden-Geruch. So einen krassen Esterschwall habe ich bisher noch bei keinem anderen Rum erlebt. Die Ester kribbeln förmlich in der Nase, wenn man sie ins Glas hält: Klebstoff, Mandeln, überreife Bananen und Ananas, grüner saurer Apfel, Gras und Zitrusaromen. Die Nase erinnert auch leicht an junge oder ungelagerte Agricole Rums. Im Vergleich zu unserem ca. 1 Jahr alten Fasssample ist dieser Rum in der Nase etwas weniger fruchtig und milder. Der erste Schluck flutet und füllt den kompletten Mundraum. Sehr ölig und mit den typischen Hampden-Aromen, nur einen Tick DOKxtremer. Der Alkohol ist Anfangs präsent, weicht dann aber dem öligen Mundgefühl. Ich hatte das damalige Fasssample mit 68% im direkten Vergleich mit dem HV HLCF, hier war deutlich merkbar, dass beim DOK der Alkohol um einiges besser eingebunden ist. Vermutlich liegt dies auch an der höheren Esterkonzentration. Vor einiger Zeit habe ich einen ungelagerten DOK mit 86% probieren können und dieser ging auch runter wie Öl – die 86% waren überhaupt nicht spürbar (Thx@Stefan). Der Fasseinfluss und die Öligkeit hat im Vergleich zu unserem Fasssample deutlich zugenommen und die Fruchtigkeit abgenommen, das hätte ich in dieser Form nach so einer kurzen Zeit absolut nicht erwartet. Die Jugendlichkeit mit ihrer Frische und Fruchtigkeit ist ihm aber trotzdem noch deutlich anzumerken, sie steht ihm aber sehr gut. Im Abgang spielt der DOK seine Vorzüge dann nochmal komplett aus. Der Gaumen war zuerst süß und geht dann im Abgang in eine angenehme herbe Trockenheit über, die eine Ewigkeit im Mundraum verweilt. Auch nach einem Glas Wasser ist der Geschmack des DOKs noch immer im Mund wahrnehmbar. Falls man vor hat mehrere Rums an einem Abend zu trinken, dann sollte der DOK aus diesem Grund als Letzter getrunken werden. Abschließend ist vielleicht noch zu sagen, dass dieses Hampden Mark normalerweise nicht dafür vorgesehen war, in ein Fass zu kommen und am Ende in einem Connaisseur Glas zu landen. Ich hoffe trotzdem, dass dieser DOK nicht der Letzte seiner Art sein wird und wir hoffentlich noch in den Genuss kommen werden ältere, gelagerte DOKs probieren zu dürfen. Ohne Wertung