Tetralogie Velier Long Ponds (RUMBOOM meets Single Cask Rum)

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Heute gibt es eine Besonderheit für Euch! Undzwar haben wir Jungs von RUMBOOM uns mit Marius von Single Cask Rum bei mir getroffen und einiges an Rum verkostet – vorallem im Crosstasting. Die erste Verkostung an diesem Abend galt den neuen Velier Long Ponds, welche wir euch heute vorstellen wollen. Weitere Crosstastings des Abends werden folgen!

Die Besonderheit bei diesem Review ist, dass wir alle unsere Eindrücke in einem gemeinsamen Review verschriftlich haben. Bevor wir nun auf die verschiedenen Rums eingehen, hier nochmal kurz als Erinnerung, die LP Marks und deren Estergehalt im Überblick:

Mark gr/laa Ester
CRV 0-20
CQV 20-50
LRM 50-90
ITP/LSO 90-120
HJC/LIB 120-150
IRW/VRW 150-250
HHHS/OCLP 250-400
LPS 400-550
STC^E/ STC♥E 550-700
TECA 1200-1300
TECB 1300-1400
TECC 1500-1600

 

Velier VRW Vale Royal 2006, Jamaika, 12y, 62,5% – In der Nase nehmen blumige und kräuterige Aromen in Form von Fenchel, Dill, Lavendel und Holunder war. Dazu gesellt sich eine angenehme Süße von Vanille und Puderzucker – eine für uns sehr interessante Nase. Am Gaumen sind einige kräuterige Aromen mit einer ausgesprochenen guten Reife wiederzufinden, vorallem der Lavendel aus der Nase ist hier sehr dominant, das aber im positiven Sinne. Interessant ist aber, dass die Süße aus der Nase sich am Gaumen in eine trockene Fruchtsäure in Form von grünem Apfel und Quitte verwandeln. Ein paar von uns fehlt diese Süße allerdings an dieser Stelle. Hervorzuheben ist, dass der Alkohol mit seinen 62,5% hervorragend eingebunden ist. Ein verhältnismäßig kurzer (und belangloser), trockener, nach hintenraus holzig werdender Abgang schließen diesen Rum ab. „Verhältnismäßig“ und „belanglos“, da wir uns von dem Gaumen, der uns relativ gut gefallen hat, einen längeren und intensiveren Abgang erhofft hatten. Nichtsdestotrotz, ein wirklich guter Rum. Ø ~83 Punkte

 

Velier STC🖤E Cambridge 2005 , Jamaika, 13y, 62,5% – Hier finden wir in der Nase direkt den sauren grünen Apfel (Granny Smith) vom Gaumen des VRW wieder. Auch die Vanille die wir beim VRW gefunden haben ist hier präsent, nur nicht ganz so intensiv, ist hier wiederzufinden. Abgrenzen tun sich die beiden aber, durch die fruchtigere (Ananas), esterreichere und deutlich intensivere Nase des Cambridge im Vergleich zum VRW. Auch Klebstoff ist hier deutlich zu finden. Der Gaumen ist nicht ganz so fruchtig wie die Nase, dafür aber kräuteriger. Wir finden dafür aber noch Bananen und Minzaromen. Auffällig ist dass der Gaumen ein tick saurer ist, als die Nase erwarten ließe und eine Adstringenz sich auf der Zunge breit macht, welche den Mundraum ein wenig zusammenziehen lässt. Auch hier genauso bemerkenswert wie beim VRW der sehr gut eingebundene Alkohol. Der Abgang ist wesentlich länger als beim VRW und geprägt durch Kräuter und Holz. Ein sehr guter Rum, der uns alle überzeugt hat. Ø ~86 Punkte

 

Velier TECA Long Pond 2003, Jamaika, 15y, 63% – Was für eine abgedrehte Nase! Eine kurze Metzgerei-Assoziation poppt auf: rohes, kaltes Fleisch und Pfeffer-Salami nehmen wir wahr. Schweiß!!! – ja ihr lest richtig – Schweiß, so wie man ihn nach einem Fussballspiel in der Umkleidekabine findet. Altes von Hitze geschmolzenes Gummibärchen und Ester, ähnlich zum Monymusk 1997 Batch. Auf der anderen Nasenseite finden wir aber auch süße und fruchtigere Aromen, angeführt von überreifen Papayas. Die Fruchtigkeit ist allerdings nicht ganz so ausgeprägt wie beim Cambridge und Säure ist hier auch kaum zu finden. Dafür ist sie am Gaumen etwas stärker ausgeprägt. Die Assoziationen von der Nase finden wir auch voll und ganz am Gaumen wieder, hinzu kommt der Geschmack von gammelndem Obst und die Assoziation von Bio-Müll. Der Abgang ist ausgesprochen lange und hält sich auf der Zunge mit einer Trockenheit und Holzaromen. Wenn einer dieser vier Rums den Titel „Spalter“ verdient, dann ist es definitiv der TECA! Ø ~83 Punkte

 

Velier TECC Long Pond 2007, Jamaika, 11y, 62,5% – Der Jüngste im Bunde, mit dem höchsten Estergehalt, ähnelt in der Nase am meisten den Rums aus Hampden, auch wenn sie trotzdem komplett verschieden sind. Fruchtig und esterreich mit eingelegten Früchten, Ananas und Lychees. Unterschwellig sind auch die „abartigen“ Assoziationen aus der TECA-Nase hier zu finden. Am Gaumen dann der deutlich merkbare Alkohol gepaart mit einer sauren (Hampden)-Adstringenz und einer schön ausbalancierten Fruchtsüße von Ananas. Am Gaumen (und durch den etwas stärker wahrzunehmenden Alkohol) wird auch deutlich, dass es sich hier um den jüngsten Rum handelt. Ein langer, intensiver, immer trockener werdender Abgang mit einer leichten Schweißnote vom TECA, schließen diesen Rum ab. Ein durchaus guter Rum, der jedem von uns gefallen hat. Ø ~87 Punkte

Jetzt noch die durchaus spannende Frage, wie wir vier im Vergleich die vier Abfüllungen fanden! Nachfolgend findet ihr eine Tabelle mit einem Scoring in gewohnter Form, sowie einer Durchschnittsscore:

Thomas Marius Maik Eric Ø
Vale Royal 81 84 82 86 ~83
Cambridge 88 87 85 85 ~86
TECA 84 74 87 88 ~83
TECC 87 83 89 90 ~87