Hampden Masterclass (RUMBOOM meets Single Cask Rum II)

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Das zweite große Cross-Tasting was wir Jungs von RUMBOOM mit Marius von Single Cask Rum gemacht haben, waren die besten vier Hampdens, die wir an diesem Abend zur Hand hatten.

Die Besonderheit bei diesem Review hier ist wieder, dass wir alle unsere Eindrücke in einem gemeinsamen Review verschriftlich haben.

TheRumCask Hampden 1990, Jamaika, 26y, 61,9% – In der Nase nehmen wir die typische Ester-Klebstoffnote mit leichter Säure als erstes war, anschließend darunter ein sehr süßer Obstkorb mit Banane, Ananas, grüner Apfel und Zitrusfrüchten. Holz, etwas Rauch und eine leichte Erdigkeit runden die Nase ab. Die Ester aus der Nase sind am Gaumen als erstes bemerkbar, allerdings einiges saurer als die Nase es vermuten lässt. Die komplette Nase ist am Gaumen wieder zu finden und wird im Abgang stark anislastig. Er ist um einiges kräftiger und vorallem runder und reifer als der Duncan Taylor. Einigen von uns schon eine kleine Spur zu rund. Nichtsdestotrotz ein Meisterwerk an Rum.. Ø ~94 Punkte

Duncan Taylor Hampden 1990, Jamaika, 22y, 52,9% – Die Nase vom Duncan Taylor ist im Vergleich zum TheRumCask etwas verhaltener und nicht ganz so tief und komplex – Betonung liegt hier aber definitiv auf „im Vergleich“ ansonsten ist die Verwandtschaft und der dahinter liegende Jahrgang klar zu erkennen. Am Gaumen und im Abgang ist er nicht ganz so säuerlich und anislastig wie der TRC, dafür aber etwas trockener. Hintenraus hatten auch zwei von uns Verkoster eine Assoziation von gebrannten/karamellisierten Mandeln, welche beim TRC nicht gefunden wurden. In Fassstärke wäre dieser Rum vermutlich auf Augenhöhe mit dem TRC gekommen, aber das ist alles Jammern auf hohem Niveau 😉 Ø ~91 Punkte

Rumclub Hampden 1990, Jamaika, 26y, 60,4% – Der Rumclub ist in der Nase nicht ganz so intensiv wie der TRC und der DT und hat auch um einiges weniger Süße als die beiden Konkurrenten. Ansonsten hat er keine herausstechende Charakteristika in der Nase im direkten Vergleich. Am Gaumen hingegen ist er im Vergleich zum DT intensiver, vermutlich zurückzuführen auf die höheren Volumenprozente. Am Rande noch erwähnt, dass die typischen ’90 Hampden Aromen auch hier in der Nase, am Gaumen und im Abgang zu finden sind. Die Kritik an diesem Rum bitte nur im Vergleich verstehen – nichtsdestotrotz haben wir hier einen >90 Punkte Rum! Ø ~91 Punkte

Samaroli Hampden 1993, Jamaika, 21y, 65,6% – Nach direktem Einschenken ist in der Nase im Vergleich zum DT und TRC noch etwas verhalten. Nach ein paar Minuten Standzeit zeigt er dann aber voll was er kann. Weniger sauer als z.B. der TRC dafür aber etwas holziger mit den typischen Ester- und Hampdenaromen. Am Gaumen dann eine intensive Süße, die in der Art bei keinem der Vergleichskandidaten zu finden ist. Der Alkohol ist auch hervorragend eingebunden und im Hintergrund hat er noch eine Dreckigkeit, welche bei den älteren Hampdens nicht (mehr) zu finden ist. Die perfekte Lagerzeit für diese Art von Rum. Der Abgang ist außergewöhnlich lange und intensiv. Ein überaus hervorragender Rum, und für uns die Crème de la Crème unter den Hampdens. Ø ~95 Punkte

Jetzt noch die durchaus spannende Frage, wie wir vier im Vergleich die vier Abfüllungen fanden! Nachfolgend findet ihr eine Tabelle mit einem Scoring in gewohnter Form, sowie einer Durchschnittsscore:

Thomas Marius Maik Eric Ø
TRC 90 93 93 93 95 ~94
DT 90
90 91 90 92 ~91
RC 90
90 90 90 92 ~91
Samaroli 93
95 94 95 97 ~95