System

„System“, ein sehr generischer Begriff. Vielleicht würde in diesem Fall sogar eher der Begriff „Systematik“ passen, da wir auf dieser Seite zum einen erklären möchte, wie wir unsere Tastings für die Reviews gestalten und zum anderen wie wir die Rums dann schlussendlich bewerten.

Tasting

Es gibt zwei Systematiken, neben dem einfachen „ich trinke heute Abend einen Rum“, wie wir unsere Tastings gestalten, um dann auch anschließend eine Bewertung herzuleiten. Das „Cross-Tasting und das „Blind-Tasting“. Beide Arten haben ihre Vor- und Nachteile und sind auch beide nicht perfekt, aber für uns die zwei Varianten, welche uns am besten gefallen, Tasting, Review und Bewertung zu gestalten und vor allem nachvollziehbar und transparent zu machen. Wie diese zwei Varianten bei uns aussehen, würden wir euch nun gerne veranschaulichen.

Unser Cross-Tasting

Bei dieser Art von Tasting wissen wir, im Gegensatz zum Blind-Tasting, ganz genau welcher Rum sich bei uns im Glas befindet. Innerhalb eines Cross-Tastings probieren wir mindestens zwei Rums ähnlicher Art – im Idealfall sogar aus dem selben Batch – um diese miteinander vergleichen zu können. Dieser Vergleich kann dazu genutzt werden Qualitätsabstufungen unter den Rums festzustellen. Idealerweise haben wir bei einem Cross-Tasting auch einen ähnlichen Rum mit dabei, den wir bereits gut kennen und bewertet habe (Referenz-Rum).

Unser Blind-Tasting

Hier kennen wir den Rum, im Vergleich zum Cross-Tasting, nicht und können ihn daher auch nicht mit anderen Rums vergleichen. Der Vorteil liegt klar auf der Hand: man ist komplett unvoreingenommen bezüglich dem zu verkostenden Rum. Es können weder Vorbehalte noch Sympathie, gegenüber der Abfüllung oder des Abfüllers, in Tasting und Bewertung mit einfließen. Desweiteren macht man sich völlig frei von zu erwartenden Aromen, die man vielleicht bereits aus Erfahrung mit einer bestimmten Destille verbindet. Wer diese Aromen erwartet oder sucht, der wird sie auch finden (und niederschreiben), auch wenn sie vielleicht nicht so stark ausgeprägt sind und „blind“ vielleicht auch nicht erkannt worden wären.

Unsere Sho(r)t Announcements

In dieser Kategorie steht nur ein einzelner, ausgewählter Rum im Fokus. Diesen werden wir zu dritt verkosten und bewerten – wie immer kurz und knackig. Hier möchten wir euch gerne ganz aktuelle Abfüllungen vorstellen, die gerade erst auf den Markt gekommen sind sowie andere interessante Rums, die (noch) nicht in ein Blind- bzw. Cross-Tasting gepasst haben.

Bewertung

Hierbei scheiden sich die Geister, ob oder ob nicht. Wir sind ganz klare Verfechter von Bewertungen, da wir ziemlich vergessliche Menschen sind und uns nach einer Weile nicht mehr erinnere, ob wir den einen Rum besser als den anderen fanden. Und hier liegt auch einer der Knackpunkte, da die Betonung bei diesem Satz auf „wir“ liegt. Unsere Bewertungen und Reviews spiegeln unseren Geschmacks- und Qualitätsempfinden wieder. Thomas vergleicht in diesem Bezug Rum gerne mit Kunst/Malerei – was der eine in den Ausguss kippt, gefällt dem anderen. Oder im übertragenen Sinne auf die Kunst: was dem einen keinen zweiten Blick wert ist, hängt sich der andere über das Bett.

Bewertung von Rums für den Pur-Genuss

Nun gibt es aber mehrere Möglichkeiten Rums zu bewerten. Da wir Freunde von Standards sind und das Rad auch nicht neu erfinden möchten, stützen sich unsere Bewertungen bei Rums, die für den Pur-Genuß gedacht sind, auf das 100 Punkte System. Noch konkreter: es gibt eine Reihe von bekannten Blogger und Reviewer mit dem Fokus auf Rum, die sich zusammengeschlossen haben und die Rumaniacs bilden. Die Rumanics nutzen alle eine gemeinsame Skala, um die Bewertungen konsistent und vergleichbar zu halten. Diese Skala bildet auch Grundlage für die Wertungsskale des Blogs Barrel-Aged-Mind von Marco. Beides sehr interessante Skalen, wo wir bei unseren Bewertungen auch immer ein Blick drauf werfen:

Punkte rumanicas BAM
100 Rum in flüssiger Perfektion
99-95 Flüssige Legenden. Beinahe perfekte Rums
94-90 exceptional rums, minority Sehr gute Rums mit minimalen Fehlern und hoher Qualität
89-85 highly recommended rums, special ones, excellent Sehr gute Rums mit kleinen Schwächen und hoher Qualität
84-80 recommended rums / quite good Gute Rums mit Schwächen
79-75 better than average Überdurchschnittliche Rums
74-70 below average Unterdurchschnittliche Rums
69-60 not very good Rums mit kleinen Fehlern die den Genuss behindern
59-50 Rums mit vielen Fehlern die den Genuss behindern
49-35 Rums mit einer minderen Qualität
34-20 Rums mit einer minderen Qualität und groben Schnitzern
19-1 Vielleicht zum Reinigen des Tafelsilbers, aber nicht zum Genießen geeignet
0 Der schlimmste Rum den es gibt

Quelle: BAMRumanicas

Bewertung von Mixing Rums

Eins vorneweg: jeder Rum, auch wenn er nur zum mixen gedacht ist, kommt bei uns voher pur ins Glas, um ihn richtig Einschätzen zu können. Auf RUMBOOM befassen wir uns in der Regel mit Rums für den Purgenuß. Nichtsdestotrotz verirrt sich doch ab und an mal Rums zum mixen in unsere Gläser oder in einen Cocktail ;-). In unseren Reviews werden wir die Rums trotzallem pur verkosten und unsere Eindrücke hierzu niederschreiben. Zur Bestandsprobe kommen die Rums dann noch zusätzlich in einen Cocktail. Purverkostung und Cocktailverkostung fließen dann zu einer Bewertung zusammen.

Aber was ist überhaupt ein Mixing Rum? Diese Diskussion hatten wir erst vor kurzem im Rumclub Forum geführt und Flo von Barrel Aged Thoughts hat hierfür auch eine gute Definition geliefert:

Ein reiner Mixing Rum ist ein Rum für mich dann, …
… wenn ich ihn pur nicht trinken kann, er im Drink aber funktioniert.
… wenn ich ihn pur nicht trinken möchte, weil er sich niemals gegen andere Rums durchsetzen könnte, er im Drink aber funktioniert.

Zur Bewertung könnten wir nun auch die oben genannte Punkteskala verwenden, da diese Skala eigentlich genauso gut für Mixing Rums geeignet wäre – natürlich immer mit einem Zusatz, z.B. „recommended mixing rums / quite good mixing rum„. Hier bestünde aber die große Gefahr, dass Leser die Bewertungen von Rums beider Kategorieren durcheinanderbringen und zum Schluss der „Mixing Hampden“ augenscheinlich besser da steht, als der Hampden für den Pur-Genuß. Man könnte auch, um das Verhältnis zu wahren, die mixing Rums einfach in der selben Skala niedriger bewerten, als die Rums für den Pur-Genuß, da die 100 Punkte Skala hierfür die Möglichkeit bietet. Hierbei würden dann aber die meisten mixing Rums wohl in die Kategorie „not very good“ fallen – was für uns auch nicht vertretbar wäre.

Lange Rede, kurzer Sinn: eine andere Bewertungsskala muss her – am besten auf Basis der oberen!

>= 9
Sehr gute mixing Rums in hoher Qualität
8,9-8,5 Sehr gute mixing Rums mit kleinen Schwächen und hoher Qualität
8,4-8 Gute mixing Rums mit Schwächen
7,9-7,5 Überdurchschnittliche mixing Rums
7,4-7 Unterdurchschnittliche mixing Rums
6,9-5 Mixing Rums mit Fehlern, die den Genuss behindern
< 5 Mixing Rums mit einer minderen Qualität